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© 2011 (C) H-Peter Recktenwald, Berlin

 
 
  …wenn sich jemand wünschen würde, fliegen zu können,
so gibt es nichts unter den menschlichen Dingen, was diesem näher käme als das Reiten.
["Der Reiteroberst", Xenophon, um 400v]
 
 
 
 
 
Ich  bin
und
  Reiter seit 1960, DRA II 1964; (wieder) mit Pferd seit Sommer 2005,
Trainer C Reiten (Verden, 2/2005), Trainer B Basissport Reiten/Springen (Verden 5/2009 - Gültige Lizenzen FN/DOSB per 5.7.2016).
Das Angebot im Überblick:
  • Reitunterricht und Beritt im Sinne der "Richtlinien für Reiten und Fahren" der FN;
  • Grundausbildung, Gelassenheit, Fohlenschule und schonendes Anreiten;
  • Ausbildung bis Klasse L Vielseitigkeit und Springen, Dressur bis M/S;
  • Umschulung zum Reitpferd für Galopper (und Traber);
  • Ausbildung im Gelände, (geführte) Ausritte;
  • Orientierung und Verhalten im - auch unbekannten - Gelände und im Straßenverkehr;
  • Reitgymnastik, Sitzschulung;
  • Doppellonge, Arbeit am Langen Zügel, Handarbeit, Bodenarbeit;
  • Dressur-, Gelände-, Spring- und Abzeichenlehrgänge;
  • Umgang und Verständigung mit dem Pferd;
  • Reitlehre, Vorbereitung auf Prüfungen in allen Bereichen des klassischen Pferdesports.
  • Hengsttraining - nix besonderes, nur an manchen Stellen doch ein wenig anders …

Jedoch:
Ich bin nicht der Pferdeprofi, der alles weiß und alles kann. Ich verfüge nicht über ultimative Kenntnis. Ich habe nicht die Routine eines Ausbilders tausender Pferde und hunderter Reiter - ich ‘starte’ nicht, ich bilde aus! Meine Arbeit ist unscheinbar und bodenständig, sie ist nicht spektakulär. Sie ist wirksam! Wer sie sehen will, muß sie sehen wollen. Die ‘Gemeinschaft mit Pferden’ und der in jeder Hinsicht sorgfältige Umgang stehen kompromißlos im Vordergrund. Pseudomilitärisches Geplärr ist mir ebenso zuwider, wie seichtes Gefasel, mutterhafte Rechthaberei. naive Dominanzpädagigik oder modische Gesänge von ‘horsemanship’ und Pferdeharmonie. Ich gehe den über Jahrhunderte bis in's letzte Detail optimierten und selbst unter der höchsten Anforderung, dem Dienst des Reitersoldaten, bewährten Weg der traditionellen deutschen Reiterei, den mir neben den "Alten Meistern" insbes. meine hoch geschätzten Ausbilder gewiesen haben, und den die wundervolle Zuni mir auf ihre eigene Art erklärt. Natürlich steht auch hier das Idealbild der körperlichen Einheit von Pferd und Reiter als Ergebnis harmonischer Wechselwirkung hinter allem Tun. Von unbedingtem Vertrauen und absoluter Verläßlichkeit geprägte Übereinstimmung soll diese Einheit tragen.
Trick- und Kampfreiten kommen nicht vor, ebensowenig Kadavergehorsam oder die perfiden Mittel der ‘Controlled Helplessness’! Nur sehr selten wenden wir Geheime Künste an. Und da mir jegliche Expertise in Sachen Doping (Segnung aus dem Ammiland!) fehlt, kann dem großen "Leistungssport" der Spring- oder Dressur-Arena bei mir nurmehr geringe Bedeutung zukommen. Auch halte ich hochstilisiert prominente Miet-Reiter nebst ihren Abschreibungspferden weder für vorbild- oder gebrauchstauglich.
 
Leider auch das:  
Ich bin mittlerweile keineswegs mehr "offen für alle Reitweisen", muß auch nicht in Kneipen zu Pferde Gitarre spielen und am Bändele zotteln, laut schnaufen um Entspanntheit zu signalisieren, ‘Dominanz’ demonstrierend den Pferden im Gesicht herumfuchteln, oder sonstwelche manierierte Spielereien abarbeiten, halte sowas im Gegenteil für ziemlich albern und vollkommen unnötig. Entschieden stelle ich mich gegen diese zunehmende reiterliche Stümperei ebenso wie gegen bequemliche ‘Toleranz’ nicht nur gegenüber dem weltmeister(schaft)lich (ab)gesegneten "Falschen Knick", affektiert zur Schau getragenes ‘Durchstellen’, kadenzierten Schwebetritt, getrampeltes Piaffé, sondern gleichermaßen energisch auch gegen unreflektierte aberwitzig ‘Alternative Reitweisen’ mit ihren Gurus und Guronen einer mißverstandenen ‘Freizeitreiterei’. Umso mehr, wenn sie diese durch nichts als ihre Ignoranz gegenüber der traditionellen Reitlehre rechtfertigen, nur, weil sie vielleicht einmal Opfer eines grauenhaft verzerrten ‘Reitunterrichts’ geworden sind. Wobei es mir fern liegt, hier nun meinerseits absolute Wahrheiten absondern zu wollen! Im Gegenteil erlaube ich mir hin und wieder den Luxus, den einen oder anderen Gedanken probehalber und ohne irgendeinen Anspruch zu formulieren, eben um herauszubekommen, welchem Anspruch er genügen könnte. Ebensofern liegt es mir, banales Gewäsch, altbekannte Trivia als Erkenntnis darzustellen oder gar eine billige ‘Philosophie’ daraus zu formulieren - wiederbeleben möchte ich den einen oder andern Part, den ich aus ganzer Überzeugung vertrete und der mir m.E. zu unrecht in den Hintergrund geraten scheint. Und nebenbei, in meinen Texten wird man Neues Deutsches Idiotschreib ebenso wie modisch beflissenen Proporzsexismus vergeblich suchen.

 
Die Reiterei und allgemein das Leben mit Pferden ist grundlegender und ureigener Bestandteil unserer Kultur: Es heißt, die Skythen seien der Germanen Vorfahren. Es heißt auch, diese unsere Vorfahren seien das älteste (bekannte) Reitervolk. Und in Gestalt etwa der ältesten bekannten schriftlichen Anweisungen zur Ausbildung von Pferden (vor dem Wagen) finden sich Zeugnisse einer Kultur, auf denen jene aufgebaut haben soll. Der Weg führt unmittelbar nachvollziehbar zu unserer heutigen traditionellen Reitlehre.
Diese 4000 jährige Tradition ist es, der ich mich verpflichtet fühle. Und in eben dieser Tradition bin ich auch nicht (mehr) willens, stets und ständig die jedermann leicht zugänglichen Grundsätze der Pferde- und Reiterausbildung zu diskutieren, zu erklären, oder gar gegenüber unterbelichteten Querulanten, die sich für "Alternativ-Ausbilder" halten, zu rechtfertigen. Sollte es jenen irgendwann einmal gelungen sein, Wesen und Körperbau des Pferdes ihren Vorstellungen anzupassen, die Sinnhaftigkeit ihres Tuns zu ergründen, zu begreifen, in verständliche Worte zu fassen und allgemein verfügbar zu machen, so mag man es diskutieren …
 
  • Immerhin auch hier ein wenig Grundsätzliches,
    Zitat "ausbildungshof-claus.de/Ausbildungsphilosophie", dem ich mich gerne anschließe.

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  • In diesem Sinne: "Reiten lernt man nur durch Reiten"
    • Jedoch nicht durch "nur Reiten"!
    • Und: Reiten macht Mühe, Reiten strengt an, Reitenlernen tut machmal auch richtig weh.
    • Aber: Das Pferd kennt keine offenen Rechnungen! Es lohnt jede Mühe und gibt ein Vielfaches zurück.
    • Vor allem: Der Umgang mit Pferden macht große Freude. Reiten auch!

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  • Reiten ist m.E. besonders etwas für die Sorte Menschen,
    • denen Bungeejumping zu spießig
      und Schach zu simpel ist,
      die Motorradfahren gar zu anspruchslos finden,
      die ihr Leben hautnah, wirklich und lebendig lieben.

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  • Der Nutzen des Ganzen läßt sich in Stichworten kaum erfassen:
    • Reiten ist ein Ganzkörpersport
      mit ausgeglichener Anforderung an Konstitution und Leistungsvermögen. Ein Sport für den "normal" gebauten und veranlagten Menschen.
      Seine regelmäßige Ausübung erzeugt keine ‘Sportkrüppel’! Einseitig ausgebildete Muskulatur, Überbetonung gewisser Körperpartien, ausuferndes Organwachstum, sporttypisch gehäufte Verletzungen oder Krankheitserscheinungen kommen nicht vor. Ein wenig eingeschränkt in Gestalt der durch den reiterlichen Sitz in den ersten Monaten stattfindenden Umbildung der Oberschenkelmuskulatur von innen zur Seite hin - daraus wird u.U. der als Solcher gelegentlich zitierte breite Reiterhintern. Ohne diese Umbildung kann man weder entspannt noch sicher zu Pferde sitzen. Wer dabei nun zu zweifeln beginnt, sollte sich unter diesem Aspekt einmal ein paar "alte" Reiter ansehen. So schlimm ist‘s nicht! Es sollte hier aber nicht unerwähnt bleiben. Die oft zu beobachtende (partiell) ausufernde Körpermasse erklärt sich eher dadurch, daß die betr. Personen in anderen Sportarten nicht die geringste Chance haben, sich allein darum bei dem wehrlosen und so grenzenlos gutartigen 'Sportgerät' Pferd ansammeln und eben dort dann besonders auffällig werden.
    • Die Bewegung zu Pferde fordert, fördert und übt
      • Beweglichkeit, Ausdauer
      • Selbstkontrolle, Einfühlungsvermögen
      • Auffassungsgabe, geistige Regsamkeit
      • und nicht zuletzt eine grundsätzlich wohlwollende Einstellung gegenüber der (lebendigen) Existenz ansich.
    • Reiten gilt als Risikosport,
      weil die zwar recht seltenen Unfälle dann aber oft schwere Folgen haben. - Deshalb LERNEN wir Reiten, denn: Sehr sicheren Schutz gewähren vor allem
      • gründliches Erlernen der Reitkunst
        • Es gibt kein Zubehör, das den sicheren Sitz zu Pferde ersetzen könnte!
        • Gerade aus dem Sicherheitsaspekt gibt es immer die Alternative, etwas zu meiden oder aber es beherrschen zu lernen. Baut man Häuser ohne Treppen? Legt man einen Rückenpanzer an? Nein, man lernt Treppensteigen. Im Falle Pferd heißt das, gründlich Reiten lernen oder es einfach ganz bleiben lassen.
        • Überdimensionale Sattel-Pauschen, Steigbügelriemen-Feder(!), Reitsofa (ob Western, Hennig oder Barock), Sicherheits-Steigbügel u.dgl. Zubehör sind gänzlich ungeeignet, die profunde und ebenso mühsame wie langwierige Ausbildung von Pferd und Reiter zu ersetzen. Das Attribut "Sicherheit" trügt: Solche Ausstattung mag den Unfallschutz stärken, aber gewiß nicht die Sicherheit soliden Könnens ersetzen. Oft genug, und sicherlich beim unfähigen Reiter, wird sich damit eher die Gefahr vergrößern (z.B. ein Reitsessel aus dem es kein Entrinnen gibt, seitlich gummierte Steigbügel &c)!
        • Wer ohne Gummieinlagen die Steigbügel verliert, braucht keine Gummieinlagen in den Steigbügeln, sondern Reitunterricht! Schulung von Sitz und Losgelassenheit. Allein daraus entsteht der sichere Sitz.
      • körperliche Kondition und Gelenkigkeit,
      • sachgerechte Bekleidung - Kappe, Hosen, Stiefel, Handschuhe, aber auch intaktes Lederzeug am Pferd!
        • Hilfszügel, Reithalfter, Kandare, Sporen, Gerte, (Bahn)Peitsche sind nicht geeignet, einem unfähigen Reiter Macht über sein Pferd zu verschaffen! Sie sollen in vorsichtigem Gebrauch die Einwirkung verfeinern oder (kurzfristig!) das Pferd belehren helfen. Sie sind erst recht keine Mittel, die Schutz verbürgen würden: Nichts, was dem Pferd in welcher Weise auch immer zur Plage wird, wozu auch die mangelhafte reiterliche Qualifikation gehört! ist geeignet, dem Reiter Schutz zu vermitteln. Im Gegenteil!
      • Die Sicherheits-Ausstattung soll die Sicherheit erhöhen, kann sie aber nicht ersatzweise gewähren; und sie darf nicht dazu verleiten, solchermaßen vermeintlich unverwundbar nun besondere Risiken einzugehen!
    • Ach ja, Risikosport: Olympische Disziplin seit über 2500 Jahren!
    • Und Reitkunst: Wie man so hört, "Kunst" kommt von "Können"

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  • Schließlich, nach Vorbildern befragt, würde ich leichthin antworten, Peter Pan! weiser Freibeuter des Täglichen Lebens. Ernsthaft aber: Hubertus von Drabich, ohne Zweifel! Neben den Eltern (und meinem Zunipferd!) die wichtigste Person.
      Aber unerreichbar, allzufrüh; und so suche ich den eigenen Weg.
      Auf jenem allerdings begleiten mich bedeutende Ratgeber, vor allem
    • der am Ende mir wie ein Bruder war, Black Phar Lap,
      und mein Zunchen, das mich leitet und mir die Dinge erklärt.
    • sowie die Herren Plinzner und Guérinière mit ihren Schriften zum Reiten und zur Pferdekunde.

  •  
  • UND, wenn das alles nicht ankommt:
    • Wahrlich, es muß wirklich nicht Jede(r) auf‘s Pferd … !

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Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde: Pferde!



 
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