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© 2015 (C) H-Peter Recktenwald, Berlin



 

 

Apotheke, Gift & Galle …

U N V E R B I N D L I C H ! Alles nur Hörensagen!
z.B. Tip vom Tierarzt oder Schmied, von der Rennbahn, Hausmittel, Alltags-Beobachtungen &c!
  1. Frostgeschützte Tränke - Hinweise zum Aufbau einer durch Erdwärme eisfrei gehaltenen Tränke im Freien.
  2. Körperpflege, wo auch immer:
    • S A U B E R K E I T, sowohl im Stall als auch auf der Koppel - Ob Pferd, oder Stall oder Futterkammer. Täglich, durchgehend. Krankheitserreger kennen weder Mittagspause noch Urlaub, sie meiden auch nicht irgendwelche Körperpartien, nur weil die Mutti das unschicklich findet oder bei Betrachtung derselben handlungsunfähig in albernes Kichern verfällt! - Der arme Herr K* musste an sowas sterben!
    • Hengst und Wallach bedürfen der regelmäßigen Kontrolle, etwa gelegentlich der Sedierung bei einer Zahnbehandlung, auf Urinstein in der Harnröhre. Man kann die Dinger vorsichtig herauspolken, sie stecken ganz vornean. Kaum zu glauben, was für Klamotten da zutage kommen. Sowas tut weh! Der Kamerad wird es durch Entspanntheit danken.
      Ursache? So‘n Pferd trägt nun mal keine Unterhose, nimmt den letzten Tropfen auch nicht mit Klopapier ab. So bilden sich mit der Zeit viele kleine und manchmal auch recht große tropfsteinartige Klumpen: Harnsteine.
      Nicht weniger wichtig, aber sehr viel leichter, weil schmerzfrei durchführbar, ist die möglichst tägliche Reinigung von Rute und Schlauch von dem sich dort ansammelnden klebrig blättrigen Belag. Auch dieser ist eine Brutstätte für alle möglichen Krankheitserreger und Angriffspunkt für hartnäckige Entzündungen - die weit in den Körper eindringen und ein Pferd im schlimmsten Falle sogar töten können!
    • Stuten bedürfen nicht weniger der Körperpflege, am Euter ebenso, wie um die Scheide herum. Dort sammelt sich schmieriger Dreck, den das Pferd selber nicht weg bekommt. Also müssen wir das machen. Erstmal den groben Schmutz mit den Fingern wegrubbeln, dann den Rest mit (nicht zu kaltem) feuchtem Schwamm - hat sie ihre anfängliche Abneigung gegen die womöglich erste ungewohnte Berührung überwunden, wird die Stute das erleichtert genießen!
    • Ganz ohne Anlass, anscheinend, mag eine Stute den Schweif schief tragen und mit ihm schlagen. Nervös? Arbeitsscheue Widersetzlichkeit? NEE, DRECK! Halben Zentimeter dicke Schwarte hab ich abgepult, danach ging das liebe Mädchen gelassen und trug den Schweif gerade. Es geht auch weniger harmlos: Blutige Scheuerstellen um die Scheide herum und an der Schweifwurzel bis hin zum durchgehend bis in den Bauchraum entzündetem Schlauch und der Rute sind schmerzhafte Folgen zimperlicher Unterlassungen in der Pferdepflege.
      Muß sowas sein? NEIN. Muß nicht sein! Der Aufwand ist wahrlich gering! - Ist es einmal geschehen: Olivenöl hilft.
      Man darf sich dabei nicht durch verdrehte Zeitgenossen verunsichern lassen, die derlei Manipulationen schon mal mehr oder weniger unverblümt in die Nähe der Sodomie rücken wollen - in Schenkenhorst bin ich tatsächlich mir derlei perversem Mist konfrontiert worden. Nicht beachten! Derart dumme Menschen sind irrelevant.
  3. Ekzemer:
    • profitieren von der Sauberkeit natürlich auch, ihre Beschwerden können zudem oft schon mit geringen Mitteln deutlich gelindert werden. Die spezielle Decke ist bekannt - und auch recht traurig in der Anwendung. Mit Niemöl kann diesen Pferden u.U. so weit geholfen werden, daß sie ganz beschwerdefrei bleiben!
  4. Strahlfäule:
    • S A U B E R K E I T, natürlich auch im Huf. Täglich.
    • Tierarzt! Es gibt längst gut wirksame Mittel, die in ernsten Fällen den (auch hier aufgeführten) Hilfsmaßnahmen weit überlegen und vielen der Mittelchen aus grauer Vorzeit unbedingt vorzuziehen sind.
    • KEIN HUFTEER! Die auslösenden Bakterien sind anaerob, i.e. unter Luftabschluß finden sie optimale Lebensbedingungen vor! Hufteer (Holzkohlen-Teer) unterstützt als Abdeckung die Behandlung, ist für sich allein aber völlig ungeeignet, kann die Erkrankung im Gegenteil überhaupt erst so richtig schlimm werden lassen (s.u.). Vorsichtig angewandt kann es in Verdünnung mit Spiritus bei absolut gesundem Strahl der Vorbeugung dienen.
    • Jodoformäther. Traditionell empfohlen, von zweifelhafter Wirksamkeit, übelriechend, Pferd wehrt sich - Apotheker weist auf Schädlichkeit hin, liefert nicht: Formalin gilt als Krebsfördernd! Wird von manchen Tierärzten immernoch verordnet...
    • Kupfersulphat (Kupfervitriol),
      evtl. in Lebertran- oder Zinksalbe - probiert, wirksam aber G I F T I G.
    • Salbe aus 50% Zinkoxyd, 5% Zinkchlorid, Rest Wasser.
    • Jodtinktur, Povidonjod (Wirkstoff der "Betasalbe") - probiert, ineffizient
    • Blauspray oder ähnliches Desinfektionsmittel - probiert, hilft bei leichten Fällen recht gut.
    • Chinosol - GIBT ES WIEDER: Beim Apotheker drauf bestehen, nicht mit "Neo-Chinosol" abspeisen lassen! Wesentlicher Bestandteil sei der Wirksoff der Chinarinde (Malariamittel), erinnere ich mich dunkel an den alten Beipackzettel aus der Zeit, da es noch die ‘Cinosolfabrik’ in Berlin gab. Danach war es lange nicht mehr erhältlich, wieweit diese Angabe noch passt, ist mir nicht bekannt.
      Großer Vorteil ist, daß dieses auch gegen Pilzbefall wirkende Desinfektionsmittel nicht gleich die ganze Umgebung vergiftet und auch für die beteiligten Personen ungefährlich ist. Vorteilhaft auch, daß die wässrige Lösung Schmutzreste durchdringt und man nichts in den Huf hineinquetschen muß - sofern nicht vorher jemand mit Teer o.dgl. herumgephuscht hat! Inzwischen gibt es auch ein reguläres Mittel gegen Strahlfäule, das neben der Salbengrundlage aus Chinosol-Puder besteht - womit ich meine Erfahrungen recht solide bestätigt sehe:
      • Probiert, hilft sehr gut in den nicht allzuschweren Fällen, bedarf u.U. sehr geduldiger Anwendung.
        Beispiel: Nachdem irgendsoein hoffnungslos verblödeter Barockpferdehöfling den dort ständig im Nassen stehenden Pferden heimlich Teer in die Hufe geschmiert hatte, wurde die Strahlfäule so richtig gut konserviert [1/07]. Im neuen Stall, nach viertägiger Behandlung - täglich einmal waschen und mit Chinosollösung einsprühen - kamen die Hufe schnell wieder in Ordnung.
      • Beste Ergebnisse habe ich mit einer Mischung aus Zinkpaste und Chinosol erzielt:
        250g "Weiche Zinkoxidpaste SR90" und 5g Chinosol (5 pulverisierte Tabletten) vermischt.
        Anwendung: Reichlich Paste in die Strahlfurche drücken, mit Zellstoff fest zustopfen, eine Woche unberührt lassen.
        Diese Behandlung hat selbst bei starkem Befall die Strahlfäule umgehend beseitigt.
    Egal was benutzt wird, stets den Huf zuvor gründlich reinigen; Mittel je nach Stärke des Befalls entsprechend tief in die saubere Strahlfurche einbringen und Eindrücken; bedecken mit Zellstoff, Mull o.dgl.; evtl. Oberfläche dünn mit Hufteer abdecken. In letzterem Falle die behandelten Hufe einige Tage lang NICHT auskratzen. Dann gründlich säubern und die nächste gleichartige Anwendung nicht vor Ablauf eines halben Jahres: Durch den Teer werden die Hufe steinhart, das muß sich erst in Ruhe wieder normalisieren.
     
  5. Huffett:
    • Olivenöl pur!
      Beugt Windrissen vor: Nach der Erfahrung vom vorigen Jahr mit ständigem Nassmachen der Hufe, was ohne Wirkung blieb rsp. das Auftreten der Windrisse durch den Wechsel zwischen Anfeuchten und Austrocknen eher noch forcierte, hat's Zunchen nun trotz der sehr trockenen Witterung im Sommer '08 auf derselben Koppel bei ausschließlichem täglichen Einölen keinen einzigen solcher Risse in den Hufen gehabt.
     
  6. Hautpilz:
    • Chinosol (s.o., Thema Strahlfäule) hilft bei leichtem Befall und geduldiger Anwendung, Behandlung kann mehrere Wochen dauern. Befallene Stellen täglich mit Chinosol-Lösung 1:1000 (1000mg-Tablette in einem Liter Wasser aufgelöst) betupfen.
      Unbedingt durch einen Tierarzt kontrollieren lassen! Pilzbefall kann sich sehr schnell innerhalb des ganzen Stalls verbreiten! Putzzeug und andere Gegenstände dürfen nicht mit anderen Pferden in Berührung kommen.
    • SANUVIS, eine Mixtur aus je 20mg ‘rechtsdrehender Milchsäure’ in Stufen D4 bis D200, gehört für mich eher in die Abteilung "Beten und Hoffen", jedoch, es KANN HELFEN!
      Vor ca. drei Jahren: Fleckenweise immer dünner werdende Behaarung an der Stirn, später auch am Hals. Tierarzt hat dies als Hautpilz diagnostiziert und mit einer sehr schnell wirkenden "Heilimpfung" bekämpft. Als dieselben Erscheinungen nun wieder zu beobachten waren, habe ich erst, nach dem Rat von Bekannten, zwei Wochen lang immer ein paar Tropfen SANUVIS morgens mit in's Futter gegeben - ohne den geringsten Erfolg. Nach etwa einer Woche Pause, da die Sache schlimmer wurde, vor dem Ruf nach dem TA ein erneuter Versuch. Diesmal mit einem Schwamm die sichtbar befallenen Stellen betupft. Binnen weniger Tage begannen die Haare wieder zu wachsen. Behandlung daraufhin beendet, bald war nichts mehr zu sehen. Will sagen: Kann natürlich sein, daß die Sache ohnehin im Abklingen begriffen war. Ansonsten aber half das Zeug sehr gut, es kostet (relativ) wenig Geld, und es ist harmlos! - In der Apotheke zu haben.
    • EM - Effektive Mikroorganismen, auch unter "Tria Terra" gehandelt, eine Mischung von Mikroorganismen aus der Lebensmittelverarbeitung (Milchsäurebakterien, Hefepilze, Photosynthesebakterien u.dgl.) in Zuckerrrohrmelasse und Wasser, hatten gegen Pilzbefall bei einigen Pferden geradezu phänomenale Ergebnisse. Mit einem damit befeuchteten Schwamm wurden die befallenen Stellen eingestrichen. Nach vier(!) Tagen bereits war der Pilzbefall nicht mehr feststellbar. Die Behandlung wurde vorsichtshalber noch einen Tag fortgesetzt. Erneuter Befall trat nicht mehr auf.
      • Die Substanz wirkt offenkundig in vielen weiteren, gänzlich unterschiedlich gearteten Fällen, wie etwa bei Schürfwunden, wo die Heilung deutlich beschleunigt wurde - oder bei der Reinigung des Fells von Holunder-gefärbtem Vogeldreck. Sie kann auch zur Bekämpfung von Fäulnis und Schimmel eingesetzt werden.
        Der überaus breite Anwendungsbereich ist noch längst nicht vollständig erkundet:
        • So zum Beispiel gerade eben [25.8.09]: Die sonst so hartnäckig haftenden Dassel-Eier ließen sich nach Benetzen mit EM ganz leicht vom Fell an den Beinen abrubbeln. Ohne Messer oder andere scharfe Instrumente!
        • Mauke mit leicht offener, blutiger Entzündung in der Fesselbeuge und einer schorfigen Stelle von etwa 4cm auf der Innenseite eines Hinterbeins ist nach Betupfen und Verbinden mit einem in EM getränkten Tuch innerhalb weniger Tage verschwunden [12/10]!
      Bezug u.a. von der EMIKO Handelsges. oder bei einem EM-Berater, z.B. Marko Heckel, T: 03995223727.
     
  7. Kleine Wunden:
    • heilen offenkundig schneller, wenn man sie mit etwas Olivenöl betupft. Anscheinend mindert das den Juckreiz verschorfter Wunden und macht die Stelle geschmeidig, wodurch sie dem Pferd weniger lästig ist. Darum knabbert es nicht daran oder versucht, sich dort zu kratzen, und das wiederum fördert den Heilungsprozess. Bei Insektenstichen habe ich Ähnliches beobachtet. Verhärtende Stellen kann man leicht einölen und außenrum vorsichtig ein wenig massieren, auch das beschleunigt die Heilung und wirkt der Narbenbildung entgegen.
    • Betasalbe (unter verschiedenen Markennamen erhältlich, z.B. "Betaisodona") als Erste Hilfe bei offenen Wunden mindert das Infektionsrisiko - Die Salbe ist jodhaltig, Allergiegefahr beachten!
     
  8. Lecksteinhalter
    • in der üblichen Kunststoffausführung können bei Offenstall- und Weidehaltung besonders im Winter recht gefährlich werden. Bei Frost brechen sie leicht; die Bruchstellen sind oft spitz und messerscharf. Eine Alternative ist z.B. eine an die Wand geschraubte Futterkrippe. Für die Verschraubung benutzt man Hutmuttern oder Spenglerschrauben, die beide keine scharfen Kanten aufweisen.
           
     
  9. Äpfel
    • verträgt nicht jedes Pferd. Manche bekommen 'dicke Beine' davon: Der Bereich unterhalb der Fesselgelenke schwillt an, Aussehen ähnelt Gallen. Generell sollen Pferde nicht so viele Äpfel bekommen, max. 1kg/Tag.
     
  10. Insektenschutz
    • Niemöl (Neem-Öl) aus den Samen der "Melia azadirachta", einem Mahagoni-Gewächs,
      wirkt lt. St.Georg 6/08 (Juni, pg. 70, 'Fiegenblocker' von Hottemaxe) "gegen alles, was sticht"!
      • Es gab sowas sehr peisgünstig z.B. bei Liedl als Spray gegen Staubmilben - suchen! Derzeit [6/08] wird Entsprechendes mit den Wirkstoffen Benzylbenzoat und Margosa-Extrakt angeboten. An o.g. Stelle in St.Georg findet sich immerhin ein Hinweis auf die Fliegen und Mücken fernhaltende Wirkung des Margosa-Extrakts. Auch der 'Fiegenblocker' enthält entgegen der Darstellung in St.Georg das Niemöl nicht mehr, hier wurde es durch Ethyl-Butylacetylaminopropionate ersetzt. Auf den betr. Webseiten wird als Grund für diese Änderung der Zwang zur Zertifizierung durch die stets erfolgreich um äußerste Ineffizienz bemühte EUrokratrie angedeutet.

        Zu Benzylbenzoat siehe oben, CliniTox - Klinische Toxikologie - 'Wirksam gegen Räudemilben'(!) und 'Benzylbenzoat hat lokale Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute'. Mehr wirft auch diese Quelle nicht aus.

      • Andernorts wird das Niemöl weiterhin angeboten, ohne Hufeisen drauf, jedoch in der Variante "Margosa-Extrakt". Vorsicht damit, das Zeug scheint weitgehend wirkungslos, nur mit dem wirklichen Niemöl konnte ich die hier beschriebene hohe Wirksamkeit beobachten!
      • Jüngst [Mai 2010] entdeckt: Reines kaltgepresstes wirkliches Neem-Öl liefert prompt(!) u.a. der eBay-shop Shandiin-Hamburg.
      • Wobei die für den Gartenbau angegebenen hohen Verdünnungsraten am Pferd wenig wirksam sind, die Verdünnung ca. 1:1 (je ein Teil Niemöl und ein Teil Wasser oder - besser - Olivenöl) hat sich dagegen sehr gut bewährt, es wurden beim Weidegang für ca. zwei Tage sämtliche Insektenarten weitestgehend ferngehalten. Insbes. gab es auch keinen Zeckenbefall mehr!
      • Auch Ekzemer können vom Niemöl profitieren. Die wunden Stellen, mit einem Gemisch 1:1 aus Niemöl und Olivenöl behandelt, heilen sehr schnell ab, man kann fast zusehen dabei. Irgendein dauerhafter Einfluß scheint mit der Behandlung verbunden: Sind die Stellen einmal verschwunden, kommen sie so schnell nicht wieder! - Beispiel, zwei Monate nach Abheilen einer großen, z.Teil blutig aufgescheuerten Stelle an der Brust unseres Ponies ist diese noch immer mit gesundem Fell bedeckt und völlig frei von Symptomen. An Rücken und Mähnenkamm sieht es ähnlich aus, rsp. ist die gleiche Entwicklung zu beobachten.
      Das ganze ohne die Umgebung einzunebeln oder zu vergiften, und ohne nennenswerte Geruchsbelästigung! - Manchem wird der einer Mischung aus Zwiebel und Knoblauch ähnelnde Geruch nicht so angenehm sein. Der ist m.E. jedoch bei weitem nicht so aufdringlich und abstoßend, wie das Teebaum-Zeug oder viele andere handelsübliche Mischungen, deren Wirksamkeit im übrigen bei weitem nicht die des Niemöls erreicht.

     
  11. Zecken entfernen ist eine wortreich erklärte Kunst. Nun mußte ich zu allem Überfluß aber auch noch feststellen,
    • daß deren Einstichstellen oft von Fliegen zur Eiablage genutzt werden. Es entstehen krustige und evtl. etwas klebrige Erhebungen in der Haut, die die Größe von Eicheln erreichen können. Sie scheinen eine Art Juckreiz auf das Pferd auszuüben, denn das Aufpolken solcher Stellen wird offenkundig bis zu einem gewissen Grade deutlich als Erleichterung empfunden, Entfernen der Kruste u.U. regelrecht genossen. Mitunter kommen einem dann bereits ein paar wohlgenährte Maden entgegen - auf welche Weise ich das Phänomen überhaupt erst bemerkte. Danach wird die Sache anscheinend schmerzhaft, auf jeden Fall unangenehm. Sofern jetzt nicht ein Haufen Fliegeneier erkennbar wird, der ggf. auszuschaben ist, nützt Weiterpolken nun nichts mehr.
      Die geöffnete Beule läßt an ihrem Grunde die blutige Hautoberfläche erkennen. Hier habe ich durch Betupfen mit Jodtinktur rsp. Bestreichen mit Beta-Salbe erreicht, daß die Stelle zum einen desinfiziert und zum andern nicht erneut von Ungeziefer befallen wurde. Es wird wohl auch Chinosol o.dgl. helfen, nicht probiert. Vorteil der Betasalbe: Sie wirkt nicht schmerzhaft und bedeckt die Wunde.
      Nach einiger Zeit lassen sich auch die verkrusteten Ränder noch entfernen, oder man wartet ab, bis die Reste von alleine verschwinden, achtet in jedem Falle aber darauf, daß sie nicht den Nährboden für weitere Parasiten bilden.
    • Ich habe nirgends einen Hinweis auf diese Begleiterscheinung von Zeckenbissen gefunden. Erst auf Nachfrage konnte ich feststellen, daß dergleichen auch andernorts schon beobachtet wurde. Die beschriebenen Maßnahmen wurden nicht ärztlich abgesegnet, haben in den mir bekannten Fällen aber immerhin recht schnell und gründlich geholfen.

     
  12. Zecken haben keine natürlichen Feinde? Nicht ganz:
    • Waldameisen greifen Zecken an. … Und wir stehen nun (fast) zeckenfrei - Ausprobieren!
      Hilfe beim Förster suchen - was nebenbei vielleicht auch eine ganz neue Qualität in das oft so gespannte Verhältnis zwischen Wald- und Pferdemenschen bringen könnte?

     
  13. Die Waldameisen greifen auch den Eichenprozessionsspinner an:
    • Ich konnte beobachten, wie sie die Raupen von unten her leerfressen und selbst große Nester auf diese Weise regelrecht ausräumen. Da die leeren Hüllen übrigbleiben, sieht man das nur bei genauerer Betrachtung.

     
  14. Fliegen u.dgl.
    • werden durch
      • Lavendel
      • Tomaten
      • Chrysanthemen
      • Pfefferminz
      ferngehalten.

     
  15. Jakobs-Kreuzkraut ist nicht die einzige Giftpflanze dieser Art,
    • Varianten wachsen das ganze Jahr über während der gesamten Vegetationszeit. Blütezeit je nach Region rsp. Klima- und Bodenbedingungen Mai bis November. Mehr dazu u.a. bei folgenden Adressen:
      • botanicus
      • Arbeitskreis Kreuzkraut e. V., dort u.a.
        • Symptome, die auch nur in Ansätzen oder einzeln auftreten können, sind bei Pferden z. B.
          • nachlassende Kondition
          • Depression, Teilnahmslosigkeit, im Endstadium Tobsucht
          • Wesensänderungen im allgemeinen
          • Kolik, kolikartige Beschwerden, Verstopfung oder blutiger Durchfall
          • Gewichtsverlust
          • Lecksucht
          • häufiges Gähnen
          • Schwellungen, Rötungen an Abzeichen (Gesicht, Fesseln)
          • toxische Hufrehe
          • Photosensibilität, Sonnenbrand
          • Haarausfall bis hin zu großflächigen Hautablösungen
          • zielloses Wandern (walking desease)
          • unkoordinierte Bewegungen
          • Gelbfärbung der Lidbindehäute
          • Blindheit
          • hepatitisches Koma
          • Tod
      • Pflanzenschutzämter der Bundesländer
      • einem bemerkenswert betreuten Reiterhof …
      •  
      • Doch immerhin scheint , wenn auch gewagt, wohl doch nicht immer alles so, wie es scheint !
      •  
      Gegenmaßnahme ist Ausreißen der Pflanze - was meist recht leicht ist - oder Abschneiden der Blütenköpfe, und, um sicher zu gehen, Verbrennen dieser Teile, da die Giftigkeit auch nach dem Trocknen (Heu und Silage!) erhalten bleibt. Auch die Entsorgung als Bioabfall über die Biotonne soll möglich sein. Es wird nicht abgebaut, weder durch Verrotten noch durch (Eigen)kompostierung oder im Körper. Im Heu sind die vertrockneten Stengel des Jakobs-Kreuzkrautes an ihrer rötlichen Farbe erkennbar. Mähen ist nicht ratsam, denn es löst junge Triebe aus, die von den Pferden nicht erkannt werden.
      Das Problem kann nicht ernst genug genommen werden. Die Krankheitssymptome sind schrecklich! Die Vergiftung geschieht u.U. über Jahre hinweg, da das Gift sich in der Leber anreichert. Bei nur 1% Anteil im Heu ist die tödliche Dosis bereits nach ca. drei - 3! {DREI} - Monaten erreicht!
      Behandlung hat nur geringe Erfolgsaussicht: Sofortiges Absetzen des betr. Futters, Ruhe, viel frisches Wasser, Behandlung der Symptome durch den Tierarzt. Homopathische Behandlung u.a. mit Mariendistel [Silybum marianum, Beschreibung (en)].
      Andere Untersuchungen kommen zu der lapidaren Aussage "Eine Behandlung der Vergiftung ist aussichtslos"
      Nebenbei, die Pflanzen sind auch für Menschen höchst gefährlich.

     
  16. Ambrosia
    • Auch diese zeitgenössische Plage muß weg!
       
  17. Körpergewicht [kg] als wichtige Größe bei der Zumessung von Arzneimitteln:
    • Die beste Methode ist natürlich das unmittelbare Wiegen. Eine "Mobile Pferdewaage" kommt auf Anforderung wohl zu jedem Stall, ist ab ca 10 Pferden auch nicht allzu kostspielig.
    • Ein Maßband, das um den Pferdeleib geführt direkt das Gewicht abzulesen erlaubt, gibt es z.B. bei Dodson+Horrel (Preis ca. 18 EU). Erfahrungsgemäß liefert es recht genaue Ergebnisse.
    • Die Faustformel benötigt zwei Werte, die mit einem gewöhnlichen Bandmaß leicht zu ermitteln sind [QUELLE]:
      (Leibesumfang bei Gurtlage unten und Ende Widerrist oben [cm])² × (Länge Bug bis Hüfthöcker [cm]) / 11900
  18. Die Körpergröße wird zumeist im Stockmaß angegeben, der Strecke ab Erdboden senkrecht bis Höhe Widerrist.
    • Die Angabe erfolgt im allgemeinen in Zentimetern.
    • In der englischsprachigen Literatur findet man oft die Maßangabe "hands high", abgekürzt "hh". Dieses Maß gilt in Vielfachen von Einheiten zu vier Zoll vor einer Punktmarke, gefolgt von der verbleibenden Anzahl Zoll. So entsprechen 165cm etwa 16.1 hh - 16*4" + 1".
      Auch in manchen älteren oesterreichischen Schriften finden sich vergleichbare Maßangaben.

     
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Der Mensch hat nur einen natürlichen Feind.



 
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